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Wetterfrosch

Wenn man aus dem Fenster schaut, und dabei ist ganz egal zu welcher Tageszeit, glaubt man fast seinen Augen nicht: Es ist wetterfrosch_1.JPGeigentlich mitten im Sommer und Sturm und Hagel toben draußen, die Temperaturen sinken ab und Sonne ade. 24 Stunden später das krasse Gegenteil: der Planet brennt mit Hitze über 30°, hohe Luftfeuchte und Kreislaufprobleme. Unser Wetter schlägt Kapriolen – oder nicht? Eine Frage, die Edmund Korffmann sicher besser als ich beantworten könnte, denn er beschäftigt sich schon seit Jahren mit Sonne, Wind, Regen und allem was dazu gehört – und er ist nicht allein!!! Heute stelle ich Edmund Korffmann und die Faszination für die Naturgewalt „Wetter“ vor:

 

„So ein Wetter“
Das Wetter bestimmt für fast alle Menschen einen großen Teil ihres persönlichen Empfindens, bei manchen hängt vom Wetter aber auch der Lebensunterhalt ab. Andere sind fasziniert von den Gewalten der Natur und beherrschen die zur Verfügung stehende Technik soweit, um damit die Zeichen in Luft, Sonne, Wolken und Niederschlägen zu erfassen und auszuwerten – so wie Edmund Korffmann: Der Groß-Rohrheimer schrieb und schreibt Programme, die fast weltweit zum Einsatz kommen, wenn es beispielsweise heißt, Gewitter vorherzuberechnen.

 

wetterfrosch_3.JPGDie Blitzortung
Das gelingt über das System der Blitzortung mittlerweile ganz gut, bis auf 200 Meter genau können die energiegeladenen Blitze über Mitteleuropa geortet werden. Vier Stationen von 142 weltweit miteinander vernetzten Hobby-Wetterbeobachter sind seit Herbst 2007 bereits mit der nötigen Hardware ausgerüstet; es sollen zehn bis zwölf werden: „Das reicht“, sagt Korffmann.

 

Fast weltweit vernetzt
Das Netz reicht momentan von Mexiko bis Kuweit und ist über ganz Europa verteilt. Doch zuerst zum Rohrheimer Wetterfreak: Zuhause rund um das Wohnhaus in der Jahnstraße sind Fühler platziert, auf dem Garagendach sitzt der Sensor für den Niederschlag, am Mast auf dem Dach gibt es den Windmesser und den Luxmeter, der die Helligkeit erfasst. Im zweiten Stock findet man neben Webcam und Server auch den Luftdrucksensor, im Schatten neben dem Haus und dahinter noch zwei weitere.

 

Minitechnik mit großer Leistung
Denkt man dann, großdimensionierte Technik sei nötig, liegt man falsch. Denn die notwendigen Gerätschaften lassen sich bequem in zwei Hände packen – bis auf den Server, der ein wenig unhandlich ist. Zusammengeführt werden die fast minütlich gelieferten Daten dann am Bildschirm im Erdgeschoss, abrufbar überall auf der Welt, wo sich Interessierte auf die Internetseiten einloggen. Das Programm, das die Werte erfasst und bearbeitbar macht, stammt vom 53 Jahre alten Korffmann: „Ich hatte gerade Langeweile, fand es gut, dass es die Hardware gibt, aber die Software funktionierte nicht.“ Also setzte sich der „Logisticwetterfrosch_2.JPG Material Manager“ hin und schrieb das Programm. Spezialisten werten Daten aus Seit fünf Jahren befasst sich der passionierte Bogenschütze mit dem Wetter im Ried und schaut sich die globale Entwicklung an. „Die Universität in Düsseldorf beschäftigt sich ebenfalls mit den Wettervorhersagen“, berichtet der zweifache Großvater, der derzeit in Hannover arbeitet und nur die Wochenenden im Ried verbringt. Der Kontakt zu Egon Wanke in Düsseldorf brachte eine fruchtbare Zusammenarbeit auf den Weg: Datensammlung in vielen Bereichen, zum Beispiel auch die Umweltstrahlungsmessung gehören dazu. „Die Auswertung überlassen wir allerdings den Spezialisten – eine Wertung unsererseits gibt es nicht“, sagt Korffmann über den „Club der menschlichen Wetterfrösche“. Daten und Vorhersagen sind unter anderem auf der Internetseite www.rohrheim.de unter der Rubrik „Rohrheimer Wetter“ zu finden.

 

Landwirte holen sich Vorhersagen im Internet
Das Angebot nutzen auch Rohrheimer Landwirte, die aus den regelmäßig neuen Daten die Häufigkeit des Einsatzes ihrer Beregnungsanlagen berechnen – denn die Landwirtschaft steht in direktem Zusammenhang mit den Wettereinflüssen. Die beeinflussen die Pflanz- und Säzeit, die Dauer der Entwicklung und letztendlich den Ertrag, der dann des Bauern Einkommen bestimmt. Das Wetter macht nicht immer, was es will, ein Wetter nach jedermanns Geschmack gibt es nicht, aber die Genauigkeit der Vorhersagen, an der wird mächtig gefeilt. Letztendlich bestimmt aber immer noch die Natur im großen Räderwerk aus Menschen, Umweltsünden und kosmischen Einflüssen ob die Sonne scheint, es stürmt, regnet, schneit oder ein heftiger Wind weht. Wer weiter in die Tiefe der Materie einsteigen möchte findet auf der Homepage www.rohrheim.de unter der Rubrik „Rohrheimer Wetter“ Links oder er schaut unter www.blitzortung.org rein.