Klingendes Handwerk
Nur noch wenige Wochen bis es im März wieder soweit ist: Hochkarätige Gitarrenvirtuosen, Stimmen, die begeisterten, und Spieltechniken die verzaubern - ein außergewöhnlicher „Gitarrenzauber" erwartet am 16. März die Besucher im Bürgerhallenanbau in Groß-Rohrheim. Und die Veranstalter Musikkiste und Gitarrenbauer Andreas Cuntz, vorwiegend natürlich Andreas, haben noch ein musikalisches Leckerli mehr dabei: Petteri Sariola.
Aber Details, erstmal zu Andreas Cuntz, der die faszinierenden, handgearbeiteten Gitarren baut, und dann auch zu den „Cuntz-Guitars Artists" gibt es im folgenden Portrait. Vorweg sei empfohlen: Geht auf jeden Fall zum Gitarrenzauber - sonst werdet ihr was verpassen!
Wie ihr an Karten kommt, erfahrt ihr unter der Rubrik Offene Bühne.
Wie alles begann:
Ein Garagenanbau mitten in Groß-Rohrheim, die Tür geht auf und schon steht man mittendrin in der Entstehungsstätte dessen, was die Fachpresse als erstklassige und charakterstarke Instrumente bezeichnet: in der Gitarrenwerkstatt von Andreas Cuntz. 35 Jahre alt und Groß-Rohrheimer, der in Grumstadt mit Frau und Tochter wohnt, baut er diese extravaganten Naturholzinstrumente, die mittlerweile auch international bekannt sind. Ganz nebenbei ist er die Reparaturadresse für alle Zupfinstrumente aus ganz Deutschland. „Eigentlich wusste ich nicht was ich werden wollte und dachte während des Zivildienstes wird mir schon was einfallen", sagt Cuntz, in der Zeit sei sein Vater bei einer Reise in Mittenwald an der Berufsfachschule für Geigenbau und Zupfinstrumentenmacher vorbei gekommen und habe ihm vorgeschlagen, es damit zu versuchen. Das war 1994, damals erhielt er erst eine Absage, kurz danach das Angebot einer Probearbeit beim deutschen Edelbasshersteller Schack-Guitars: „Eine Woche später hatte ich die Zusage und war aufgenommen", erinnert er sich. Dabei musste dann schon Holz ausgewählt, geschnitzt, geschliffen und zusammengesetzt werden. Jede Menge Gefühl für das Naturmaterial, wie ist das Schwingungs- und Biegeverhalten, wie weit kann es belastet werden oder ist es überhaupt für einen Hohlkörperbau wie die Gitarre geeignet, gehört auch heute dazu, ganz zu schweigen vom musikalischen Gespür und Gehör. Der Job ist eine gute Mischung aus Physik, Chemie, Naturlehre, Geschichte, Kunst und Musik, ein Faible für das alles ist unerlässlich für den Erfolg der Ausbildung und auch des jetzigen Berufes. Drei Jahre Ausbildung, verkürzte Cuntz auf zweieinhalb wegen seiner guten Noten.
Das erste richtig erfolgreiche Instrument im Eigenbau:
1997 erhielt er mit dem Ausbildungsabschluss den Bundespreis beim praktischen Landeswettbewerb. Bereits während der Ausbildung 1995 entstand die Konstruktion des Stahlsaiten-Gitarrenmodells CWG 23, die Besonderheit dieser Gitarre liegt darin, dass die Stimmstabilität durch den geraden Saitenverlauf optimiert wurde. Nach einigen Prototypen erreichte Cuntz mit der Prüfungsgitarre aus dem Jahr 1996 diesen Erfolg. 1999 zur Meisterprüfung war es soweit und als 12-Saiten-Gitarre zog die CWG 23 mit der gleichen geraden Saitenanordnung mit in die Prüfung.
Ein Sammelsurium aus Holz und Kreativität:
„Als „junge Generation" der Zupfinstrumentenmacher kam ich mir unter all den etablierten, die gut 10 Jahre älter waren als ich, seltsam vor", erzählt Cuntz, aber er hat sich durchgesetzt und mit innovativen Entwicklungen neue Akzente gesetzt. Seit 1997 arbeitet er in seiner Werkstatt im Garten des Elternhauses in der Bibliser Straße in Groß-Rohrheim und kommt aus den beiden Miniräumen kaum noch heraus. Überall stehen, liegen und hängen Holzstücke verschiedenster Edelhölzer, Stahlsaiten und halbfertige Instrumente und mittendrin Andreas Cuntz voller Idealismus und Enthusiasmus für seine Werke an Hobel und Staubsauger. Gut 75 Stunden Handarbeit veranschlagt man für eine Gitarre, es werden zwischen 100 und 125 daraus wenn Cuntz loslegt. Die Auswahl der duftenden Hölzer beginnt, danach wird geschnitzt und geschliffen und in Form gebracht: „Wichtig ist die Wölbung des Gitarrenrückens", sagt Cuntz und ist mitten in einer ganz und gar nicht musikalischen Erklärung von Schwingungen, deren Übertragung und Austritt durch das Loch im Instrumentenbauch. Ganz nebenbei feiert der Groß-Rohrheimer seinen 10. Werkstattgeburtstag zu dem es die CWG 23 S Plus 10th Anniversary als extravagante Steelstringgitarre gibt. Die wird im Test als Handarbeit vom Feinsten benannt, schwungvoll sind dabei nicht nur der Korpus sondern auch die Brücke und das Schallloch, was der Gitarre ihren unverwechselbaren Ausdruck verleiht. Die präsentiert er auch auf der Musikmesse in Frankfurt, wo er 2006 zum ersten Mal vertreten war. 2008 ist die Messe vom 12.-15. März. Im direkten Anschluss daran, am 16.März steigt der zweite Gitarrenzauber in Groß-Rohrheim. Ab 18 Uhr erklingen im Bürgerhallenanbau auch Cuntz-Gitarren. Neben dem Erfolg mit neuem Instrumenten hat Cuntz das Händchen für die kleinen Musiker und ihre Lieblingsinstrumente nicht verloren: „Hobbiisten sind immer willkommen und auch kleine Reparaturen werden erledigt", meint Cuntz.
„Mein Gitarrenbauer":
Ein Ausspruch, der für Andreas Cuntz zum persönlichen Prädikat wird, denn nicht der Nachbar von nebenan, der seine Hobby-Gitarre bei Cuntz reparieren lässt, nein weltbekannte Musiker rufen einfach mal so auf seinem Handy an, um „ihren Gitarrenbauer" nach dem Stand einer Reparatur oder dem Instrumentenneubau zu fragen. Dazu gehört auch Stefan Schäfer, derzeit mit Uwe Ochsenknecht auf Tour, bei der auch Lui Ludwig von den „Jazz Pistols" mitmacht. „Die sind begeisterte Kunden", erklärt Cuntz, die Bestätigung folgt mitten in der Offenen Bühne, als das Handy klingelt und Ludwig aus Malle anruft und fragt: „Unn isse schon fertig?" Andreas Cuntz ist Gitarrenbauer und hat Erfolg mit einer exquisiten Gitarrenneuentwicklung: der extravaganten Steelstringgitarre CWG 23 S Plus 10th Anniversary, und kann seinen Erfolg selbst kaum fassen. Nicht nur der Reparaturbetrieb im heimischen Garagenanbau läuft auf Hochtouren, auch die Anfrage nach Neuanfertigungen passt, der Tonabnehmer „Schattendesign" hat sich etabliert, die Nachfrage danach steigt. Eigenwerbung macht er wenig, hauptsächlich die Mundpropaganda spricht für ihn: „Wenn du einen Instrumentalisten überzeugt hast und der das weitererzählt - hast du gepunktet", bringt Cuntz das auf den Punkt. Gitarrenbaugeselle Andreas, man glaubt nicht, dass zwei Gitarrenbauer zusammen arbeiten und auch noch den gleichen Vornamen tragen, Kurdinat, arbeitet seit November 2007 für und mit Cuntz - und das Nette daran ist: Andres C. hat Andreas K. auch schon in der Ausbildung betreut.
Liquido-Gitarre auf Wellness-Tour bei Cuntz:
Das I-Tüpfelchen auf die Entwicklung des Gitarrenbaugeschäfts setzt jetzt die Zusammenarbeit mit den Stars: Costa Cordalis ließ sich in der Rohrheimer Werkstatt den neuen Tonabnehmer einbauen; Gitarrist Stephan Zobeley, der in der Band von Herbert Grönemeyer spielt, schaut sogar persönlich rein in die Minigitarrenschmiede. „Da hatte ich gehörig Lampenfieber", gesteht der ‚Zupfinstrumentenbauer der jungen Generation', aber nicht, weil er seiner Arbeit nicht traute, sondern weil Zobeley natürlich auch fachlich auf hohem Niveau mit Cuntz zu reden hatte. Fazit der Begegnung: „Auch die Leute sind ganz normal", und ein Fels fiel Cuntz danach vom Herzen. Die Klassik-Gitarre von Stephan Zobeley ist neu intoniert, sein gutes Händchen, Fachwissen und den guten Ruf, den er hat, hat der Rohrheimer bestätigt. Alexander Auer, Gitarrist bei Xavier Naidoo, lässt sich ein neues Instrument bauen, er spielte am 29. September 2007 zur Kerwe im Bürstädter Ratskeller, und: „Eine Gitarre von Liquido erholt sich gerade von ihren heftig-strapaziösen Auftritten bei mir", erzählt Andreas Cuntz.
Die Steelstringgitarre CWG 23 S Plus 10th Anniversary auf Erfolgskurs:
Der Testbericht seiner 10th Anniversary ist mittlerweile mehr als ein Jahr alt und noch immer gibt es aufgrund dessen Bestellungen aus Deutschland und den angrenzenden Ländern - „Faszinierend", findet Cuntz. Doch auch das Ausland leckt langsam die Fingerspitzen nach den Ausnahmeinstrumenten aus dem Ried: Roland Joubert aus Südafrika, derzeit in Deutschland ansässig und musikalisch unterwegs, darf sich erster Kunde im Hause Cuntz nennen. „Er hat schon in den Vorgruppen von Boney M., Stone the Grow und Aerosmith gespielt", strahlt Andreas Cuntz über die fruchtbare Bekanntschaft, die seit dem ersten Gang zur Musikmesse in Frankfurt im Jahr 2006 Früchte trägt. „Das war der Startschuss für die Symbiose aus Rolands Mundpropaganda und meinem Service", sagt Cuntz, aber auch privat sind die beiden Vollblutgitarristen seither gute Freunde. Den Einstieg ins Musikbusiness hat Andreas Cuntz mit Martin Harley gemacht: Der charismatische Saitenartist aus England spielte bereits die handgefertigten Gitarren der Marke Cuntz bei der Musikmesse Ende März 2007 in Frankfurt, am Tag danach auch beim Groß-Rohrheimer „Gitarrenzauber". „Alle waren begeistert", das Konzert zeigte dauerhaft Wirkung und fand eine Wiederholung in der Deutschlandtour des Engländers, der am 02. Oktober im Muddy`s Club in Weinheim zu Gast war und kurz vorher noch schnell bei der Offenen Bühne der Musikkiste im Zorbas vorbeischaute. In Frankfurt überzeugte die Geburtstagsedition der Cuntz-Guitars auch das neue Talent am Gitarrenhimmel: Petteri Sariola aus Finnland. Das 22 Jahre alte Naturtalent sagt zu den Gitarrenpreisen: „Frauen und Gitarren haben eins gemeinsam - für die guten muss man zahlen". Seinen eigenen Spielstil nennt er „Slam", einfach mal reinhören, was sich dahinter verbirgt - beim Gitarrenzauber am 16. März in Rohrheim.
Andreas Cuntz
Gitarrenbaumeister
Bibliserstrasse 3
D - 68649 Groß-Rohrheim
Telefon: +49 6245 4615
Email: info@cuntz-guitars.de
Internet: www.cuntz-guitars.com






