Süsses Wahrzeichen
Weil es gerade noch so gut zum Jubiläumsjahr passt gibt es hier ein bisschen was Wissenswertes zur Familie Triebel, die gemeinsam einen überdimensionierten Rohrkolbenstrauß bemalt hat. Direkt am Bahnhof findet sich das „Geburtstagssträußchen". Die Bilder davon hat Jutta Preißinger gemacht.
Törtchen, bunte Wimpel und jede Menge Süßigkeiten, das gehört zu einem Geburtstag. Darüber ist sich Familie Triebel einig, bevor als Osterferien-Malaktion in drei Tagen künstlerischer Betätigung der bonbonfarbene Riesenrohrkolbenstrauß zur Dekoration der 1225-Jahr-Feier entstand. Auf dem Bahnhofsvorplatz ist er zu begutachten.
Von ungefähr kam die Anfrage aus der Jubiläumskommission nicht an die Rohrheimerin Inge Triebel, denn es ist allenthalben bekannt, dass sie neben ihrem Hauptberuf als Lehrerin auch privat ihrer künstlerischen Begabung nachgeht. Bilder, beispielsweise in der Praxis des Allgemeinmediziners Thomas Baumann zeugen davon. „Doch ich hatte mir ausgebeten bis zu den Osterferien mit der Malerei warten zu dürfen", erzählt sie, das passte dann auch, denn nach der ersten Jubelveranstaltung mit Walter Renneisen Ende März stand der Wonnemonat Mai ganz im Zeichen des großen Gemeindegeburtstages.
Schnell entstand gemeinsam mit den Kindern Marvin (9) und Zoe (7) und Großpapa Wolfgang Triebel ein Plan, nach dem die vier Kolben im Stahlgebinde in Pastellfarben angemalt werden sollten. Alle halfen tatkräftig mit, pinselten und mischten Farben. Grundieren und in zartem mintgrün vorstreichen war der erste Gang, dann kamen schon die Details dazu. Nach und nach entstanden geringelte Zuckerstangen, leckere Muffins mit Zuckergusshaube und Sahneklecks, sowie farbenfrohe Fähnchen auf dem Wahrzeichen der Gemeinde, das sich in seiner natürlichen Form auch im Wappen wieder findet. Zutaten zu einer richtigen Geburtstagsparty eben, die feierte die Gemeinde in diesem Jahr zum 1225. Geburtstag ausgiebig und mit einem bunten Programm.
Abstrakte und informelle Malerei sind das Steckenpferd der gebürtigen Rohrheimerin, die als Kunstpädagogin an der Geschwister-Scholl-Schule in Bensheim unterrichtet. Nach einiger Zeit als freie Künstlerin entschied sie sich ihre Begabung und Passion als Lehrerin weiter zu vermitteln. Im Haus der Großeltern, Oma Grete Baumann ist vielen Rohrheimern noch als das „Villa-Gretchen" ein Begriff, in der Wilhelmstraße lebt sie mit ihrer Familie zu der auch Ehemann Karsten gehört. „Der hat sich hier im Ried super eingelebt und fühlt sich richtig gut aufgenommen", freut sie sich. Denn Karsten Bünning kommt aus dem hohen Norden, aus Flensburg. Das ist schon ein wenig Kulturschock ins Ried zu kommen, vor allem, wenn man noch einen Studiums-Abstecher über Berlin gemacht hat. Promoviert hat der Biochemiker dann allerdings in Heidelberg. Die Oma aus dem Hause Triebel pflegte schon immer gute Nachbarschaftskontakte und die Nachfahren tun es ihr gleich. Sorgte Grete damals mit ihrem großen Garten für frisches Obst und Gemüse, das in Notzeiten auch gern weitergegeben wurde, ist der Natur nahe Garten mittlerweile Oase und Treffpunkt nicht nur für Freunde der Kinder, die hier ungestört toben können. „Auch wir Erwachsenen sitzen gerne hier mit Freunden und klönen", sagt Inge Triebel. Über die heutige Nachbarschaft freut sie sich auch: „Du kannst dich hier auf jeden verlassen", das macht den Flair der Riedgemeinde aus. Das meint sie auch, denn auch die Lindenhofschule, die die beiden Kinder besuchen, ist so ein richtiges Stück „heile Welt", bekräftigt sie. Insgesamt fühlt sich die Familie mittleren Alters richtig wohl zwischen Rohrkolben, Rheinauen und mitten drin im Dreieck von Rhein und Neckar und trotzdem in ländlicher Gegend.






