Sie schluchzen, jammern, jubilieren
Festival: ,,Gitarrenzauber" in Groß-Rohrheim mit hochklassigem internationalem Angebot, großer stilistischer Bandbreite
Gitarrenzauber hört sich ein bisschen... na, sagen wir vollmundig an für ein Konzert im südhessischen Groß-Rohrheim. Doch die Jungs, die am Sonntagabend schon vor Konzertbeginn fachsimpelnd vor dem Bürgerhaus stehen, sind völlig begeistert allein schon vom Soundcheck, den sie gerade miterlebt haben: ,,Gigantische Anlage. Dieser Sound ist einfach unvorstellbar." Wir kennen diese Sound-Dippegucker allesamt als gestandene Blueser und Bluegrasser, Rock- und Folkmusiker aus der Region, und die Erwartungen steigen an das Festival, das der örtliche Musikverein ,,Musikkiste" erneut auf die Beine gestellt hat.
Den Auftakt in der mit rund 750 Gitarrenfans gut besetzten Halle macht der Liedermacher Jörg Schreiner (33), begleitet von Thomas Klippel an Akkordeon und E-Piano. Seine Songs kreisen um Zweisamkeit, Trennung und die noch tiefere Einsamkeit danach, Titel wie ,,Ich bin dein Halt" und ,,Du bist kein Glück" sprechen für sich. Schreiner zeigt feines Gitarrenpicking, sein Gesang erinnert irgendwie an Herbert Grönemeyer, freilich ohne dessen nölenden Unterton, und obwohl seine Stücke eigentlich introvertiert sind, schafft es der Mann aus Walldorf , das Publikum zum Mitgehen zu bewegen, bei ,,Fünf Männer in Not" gar zum Mitsingen. Schreiner bleibt auch dabei dezent bis zum letzten, sorgsamst gehauchten Flageolett.

Ganz andere Attacken fährt da Petteri Sariola bei seinem zweiten Auftritt in Groß-Rohrheim: Der junge Finne (24) hat eine ganz eigentümliche Technik entwickelt, mit der er die Gitarre traktiert: Bei Sonderstimmungen, die er je nach Lied verändert, zupft er mit den Fingern gleichzeitig Basslinien und dazu aberwitzige Akkordmodulationen und Melodiefetzen, während er mit Fingern und Handfläche auf der Gitarrendecke - dem Holz rings um das Schallloch - knallende Rhythmen paukt, drischt und trommelt. Dazu singt er mitunter - mal in englischen Worten, dann wieder nur in Lauten, die frei von Sinnzusammenhängen sind. ,,Slam" nennt er seinen Stil, der ein wenig dem Slap-Spiel moderner E-Bassisten ähnelt, sich bei Sariola aber weit über das ganze Instrument ausdehnt. Er vereinnahmt die Gitarre völlig, einem seiner handgefertigten Meisterinstrumente hat er in dieser Manier schon die Decke zertrümmert - zum Glück gibt es den ,,Gitarrenzauber".
Katalysator und Bindeglied dieses vielgesichtigen Events ist der Riedstädter Gitarrenbauer Andreas Cuntz - die Headliner spielen auf von ihm gefertigten Instrumenten, und im Publikum sind viele, die auf ,,einer Cuntz" spielen oder wenigstens von einem jener markanten Instrumente träumen. Also kann Sariola unbekümmert weiterhämmern. Kurz vor Ende seines Vortrags fetzt ihm - wer hat das nicht kommen sehen - eine Saite, während er gerade die zweibeinig eingesprungene Townshend-Grätsche mit windmühlenflügelartiger Saitentraktur kopiert. Ungerührt von dem Verlust modifiziert der Finne ein weiteres Mal die Stimmung und sagt, noch atemlos von dem heftigen Stück davor: ,,Ich spiele nun einen Song für fünf Saiten." Gesagt, gehämmert: erst für die Zugabe holt er sich Ersatz, und zieht die neue Saite wiederum in Form einer Improvisation auf: ,, I got my new string on...", die in Versatzstücke aus ,,Staying Alive", ,,Last Christmas" und ,,I'm Easy" ausfranst.

Das Grande Finale kündigt sich an in der szenisch variierten Aufführung eines Stücks des britischen Stargitarristen und Singer-Songwriters Martin Harley: ,,Ein wahrhaft reicher Mann ist der, der eine Hand zum Festhalten hat." Zunächst mit Gitarrenpicking und deutschen Sprechgesang, dann mit der englischen Version: ,,It's a rich, rich man who's got a hand to hold", gesungen von Suzie - schließlich kommt Harley selbst auf die Bühne und setzt mit feinstem Slide-Gitarrenspiel dem Werk die Krone auf. Mit seinem Trio - Jake Carter (Kontrabass, Gitarre), Pete Swatton (Schlagzeug, Balalaika) - zeigt Harley wohl das Maximum an Wohlklang, das aus seinem Cuntz-Arsenal und der Beschallungsanlage herauszuholen ist. Seine Songs haben - im Kontrast zu Sariolas Rhythmusorgien - auch textlichen Tiefgang: ,,Du musst ein Schokoladen-Jesus sein, um den Hunger meiner Seele zu stillen", singt er sinngemäß in ,,Chocolate Jesus". Stilistisch geht er querbeet durch Blues, Country, R'n'B und Rock, Zitate bindet er fließend ein, Jimi Hendrix ,,Voodoo Child" etwa bringt ihn in eruptive Ekstase, wie man sie mitunter bei inspirierten Gospelsängern erleben kann.
Von Harleys Klangreichtum muss man einfach begeistert sein, selbst wenn man Harleys aberwitzige Fertigkeit auf der ,,Cuntz Weissenborn" nicht schon von der Technik her als weltmeisterlich einschätzt - diese relativ kleine Korpusgitarre spielt der Brite im Sitzen über die Oberschenkel gelegt, von oben mit rechts gezupft wie eine Zither. Mit der Linken greift, nein berührt er die Saiten nur, meist mit einem Stahlstück, um die Klänge schweben zu lassen, sie ständig zu modulieren. Schluchzen, Jammern, Jubilieren, Summen, Singen, Klagen, Jaulen - keine denkbare Lautäußerung, die Harley diesem Instrument nicht entlocken könnte. Gitarrenzauber - der Name erweist sich schon fast als Untertreibung.
30. März 2010 | Von Stephan Görisch
Quelle http://www.echo-online.de/freizeit/kunstkultur/musik/Sie-schluchzen-jammern-jubilieren;art641,774842
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Konzert: Vierter "Gitarrenzauber" in Groß-Rohrheim macht Lust auf mehr
Virtuoses Spiel mit umwerfenden Klängen
Von unserem Mitarbeiter Hans-J. Eimert
Groß-Rohrheim. Mit Jörg Schreiner, Petteri Sariola und der Martin Harley Band gab es auch bei der vierten Auflage des "Gitarrenzauber" wieder großartige Musik zu hören. Den drei Auftritten gemeinsam war die Gitarre als Begleit- oder Melodieinstrument. Musikalisch aber war's wieder ein ganz breites Spektrum von Liedern, bei denen die Musik Transportmedium des Textes war, über virtuos rockige Musik bis hin zu den bluesigen Wurzeln, mal breit und getragen, mal flott und lebenslustig.
Eisbrecher war zum Auftakt Jörg Schreiner (Gesang und Gitarre), begleitet von Thomas Klippel auf Klavier und Akkordeon. Der Liedermacher, der vor einiger Zeit schon seine Visitenkarte auf der Offenen Bühne abgegeben hatte, kam wieder mit "handgemachter Musik" und eingängigen Texten, in denen Gedanken über die Wechselfälle des Lebens in Reime gefasst waren. "Ich bin nicht dümmer", klang es da von der Bühne herunter. Auch mal skeptisch: "Du wirst mich nicht verstehen." Und fast ablehnend: "Du bist kein Glück." Dazu die Beschreibung "Am Rand der Stadt", und dann tief aus der Beziehungskiste die Titel "Dein Platz ist hier", "Ich seh dich" und "Chancenlos". Reichlich Applaus bekamen Schreiner und Klippel für ihren fast einstündigen Auftritt.
Nach einer Pause ging's dann zur Sache mit Petteri Sariola aus Finnland. Der Sologitarrist ersetzte mit seiner Musik eine ganze Band, wie das schon von früheren Auftritten her bekannt war. Dabei war er aber ein wenig ruhiger, was im Urteil der Zuhörer mal mit zunehmender musikalischer Reife gesehen wurde, manchem aber auch als "nicht so echt disponiert" erschien. Aber wie auch immer, Sariolas Virtuosität sorgt nach wie vor für einen Klang, der geradezu umwerfend ist. Sehr ausführlich zitierte er aus seiner neuen CD "Phases" und zeigte, was alles mit spielerischem Können und dem entsprechend hochwertigen Instrument möglich ist. Da entstand der Eindruck, zwei Gitarren zu hören und dazu noch ein Schlagzeug, das den Rhythmus trommelt. Kein Wunder, dass bei der Beanspruchung plötzlich ein Draht herabbaumelte. Aber fast spielerisch wurde die neue Saite aufgezogen und gestimmt, und weiter ging's auf der Gitarre.
Nach einer kurzen Pause gab's eine Änderung im Programm. Susanne Kohl, die gerade beim Wettbewerb "Hessen rockt" mit "The Groove Generation" ins Finale gekommen war, trat mit "Hand to Hold" an, einer Harley-Komposition, zur Einstimmung auf den kommenden Auftritt. Begleitet wurde sie von Andreas Cuntz und Reinhard Helfert auf Gitarren. Sicher hätte das Publikum noch mehr hören wollen von der Groß-Rohrheimer Sängerin mit der großen Stimme. Das ließ sich aus dem langen Beifall heraushören.
Aber hintendran standen schon Martin Harley (Akustikgitarre, Weißenborn-Gitarren und Gesang), Jay Carter (Bass und Gesang) und Pete Swatton (Schlagzeug). Die drei Musiker stellten weitere Lieder aus ihrer neuen CD vor, die brandneu in Groß-Rohrheim auf den Markt kam. "Drumrolls for Somersaults" heißt das Stück, das der ganzen CD den Titel gibt. Dazu unter anderem noch "Love in the Afternoon" und "Automatic Life". Fest auf dem Boden des Blues schwangen sich die drei Musiker zu Höhen auf, die das Publikum restlos begeisterten. Standing Ovations nach reichlich gewährten Zugaben waren dafür sichtbares Zeichen.
Von den Musikern ging Dank an den Gitarrenbaumeister Andreas Cuntz, auf dessen Instrumenten alle drei spielen. Tontechniker Armin Engelhardt und dessen Helfer, die die Beschallungsanlage hervorragend eingerichtet hatten, und Lichttechniker Jürgen Walter erhielten ebenfalls ein Dankeschön. Andreas Cuntz dankte dem Verein Musikkiste, aus dessen Reihen viele Helfer für die Veranstaltung gekommen waren. Die Veranstalter wollen im kommenden Jahr wieder einen "Gitarrenzauber" bieten.
Südhessen Morgen
30. März 2010
Quelle http://www.morgenweb.de/region/buerstadt_biblis/20100330_srv0000005626268.html
Virtuoses Gitarrenspiel auf Weltniveau

Gitarrenzauber 2010
Ein Akustisches Konzert mit internationalen Künstlern
Was 2007 als einmaliges Ereignis geplant war, geht nun in die 4.Runde – ein Abend mit internationalen Künstlern, der weit mehr bietet, als der Eintrittspreis erwarten lässt! Was sie verbindet: Meister-Gitarren aus dem Ried!
Jörg Schreiner ist Singer/Songwriter und Kinderbuchautor – und der Beweis, dass Niveau geil ist ... Er präsentiert seine CD „Ich will leben“, Geschichten aus seinem Leben ohne Kitsch und Schnörkel, - immer authentisch und nicht alltäglich zieht er in seinen Bann – mitreißend!
Petteri Sariola – seit 2008 ist das Gitarrenzauber-Publikum Zeuge der Karriere des jungen Finnen und nutzt seine wenigen Auftritte in Deutschland. Mit im Gepäck: sein 2. Album „Phases“, das es in Finnland in kürzester Zeit ins Radio geschafft hat – Akustik-Gitarre die eingängig rockt!
Martin Harley beobachtet das Rohrheimer Publikum seit dem 1. Gitarrenzauber – und weder die Royal Albert Hall, Tournee mit James Morrison oder Radio-Berühmtheit im eigenen Land, halten den Engländer davon ab wieder nach Rohrheim zu kommen – exklusiv für Groß-Rohrheim mit neuer CD, die es eigentlich erst ab April gibt…..mit Band!
Virtuoses Gitarrenspiel auf Weltniveau 2009

Konzert: Roland Joubert, Petteri Sariola und Martin Harley begeistern 600 Menschen in der Groß-Rohrheimer Bürgerhalle
Am Dienstagabend noch in der Royal Albert Hall in London – am Sonntagabend in der Bürgerhalle in Groß-Rohrheim: Martin Harley und Band gastierte beim „Gitarrenzauber“ im Ried. Harley aus London, Petteri Sariola aus Finnland und Roland Joubert, der aus Südafrika stammt und in Lampertheim lebt, boten wieder lockeres Geplauder und virtuoses Gitarrenspiel auf Weltniveau.
Was die drei Ausnahmekünstler verbindet, ist ihre außergewöhnliches Talent, das sie auf den außergewöhnlichen Instrumenten des Groß-Rohrheimer Gitarrenbauers Andreas Cuntz zum Ausdruck bringen. Drei weltweit bekannte Stars der Gitarrenszene, mitreißende Musik und tosender, stehender Applaus sowie fordernde Pfiffe beschreiben in Kurzform, was die mehr als 600 Menschen in der Bürgerhalle dank Cuntz und dem Verein Musikkiste am Sonntag erleben durften.
Roland Joubert stieg als Erster auf die Bühne, legte seine Cuntz-Gitarre auf die Oberschenkel, ließ seine Finger virtuos über die Saiten wandern. Dazu legte er Timbre in seine markante Stimme und entlockte dem Publikum erste Applaussalven. Er spielte ein Programm eigener balladenhafter Lieder von Liebe und Leid bis zu nachdenklich stimmenden Oden. In der Zugabe mit „Message in a Bottle“ in einer eigenen Interpretation setzte er einen weiteres Hör-Höhepunkt.

24 Jahre alt, Beruf Weltstar, Name Petteri Sariola: Nach ruhigem Beginn explodierte die Stimmung; Bühne, Musiker und Publikum bebten. Der Finne mit dem spitzbübischen Lächeln und der jungenhaften Ausstrahlung, schlug mit seinem außergewöhnlichen Spielstil alle in seinen Bann. Trommeln, tappen, slappen: „Ich habe zehn Finger – ihr werdet spüren, es werden gleich mehr“, begann er auf seine Art, die funkelnagelneue Cuntzgitarre mit eigenem Logo und Namenszug in Perlmutt am Schaft, gleichsam zu liebkosen und zum Eigenleben zu erwecken.

Der glatzköpfige Sariola sagte: „Ich wollte immer Rockstar mit einer Mähne werden“ und hatte die Lacher auf seiner Seite. Mit einer eigenen Rockband klappte es nicht, also ließ er seine ganze Energie an der Gitarre aus: Der Spielstil war geboren. „Awesome“, Ehrfurcht gebietend, stellte er fest. Das gelte auch für seine Instrumente und ihren Erschaffer.
Dann riss im Spiel eine Saite der Gitarre ab – Petteri Sariola machte sogar die eigenhändige Reparatur zur Bühnenshow, trällerte vor sich hin, benutzte die restlichen Saiten für sein Spiel und flickte mit den überschüssigen Fingern schnell sein Instrument. Mit vollem Körpereinsatz entlockte der Interpret seiner Gitarre Klänge von Echoklang über Bass bis zu Percussion plus Melodie und persiflierte dabei Madonna-Hits, Marylin Monroe und George Michael. Sein Kommentar zur Cuntz-Gitarre: Ich höre ein „Yeeeeeeeah‘ in meinem Kopf, immer, wenn ich sie nehme.“

Zweimal war Martin Harley schon alleine beim Gitarrenzauber, dieses Jahr war seine Band mit Pete Swatten am Schlagzeug und Graeme Ross am Bass, den Musikkiste-Mitglied Ina Burger ihm für diesen Abend ausgeliehen hatte, erstmals mit dabei. Auch Harley enttäuschte seine Fans nicht. Er zupfte, schlug und tippelte mit allen Fingern über die Weissenborn-Hawaiigitarre, trat in Tondialog mit dem Schlagzeuger und dem Bassisten und begeisterte mit seinem Gesang und Spiel. Auch er lobte sein Instrument: „Es gibt keinen Ersatz für dieses gute Stück Arbeit.“
Sabine Weidner 7.4.2009
Quelle: http://www.echo-online.de
Bilder des Abends findet Ihr hier
Gitarrenzauber ´09
ein akustisches Konzert mit internationalen Künstlern
Was 2007 zum 10-jährigen Jubiläum von Cuntz-Gitarren und zum 10-jährigen Bestehen des Musikkiste Groß-Rohrheim e.V. als einmaliges Ereignis geplant war, geht nun in die dritte Runde.
Die Begeisterung des Publikums im ausverkauften Hallenanbau veranlasste uns in diesem Jahr erneut zu einem weiteren, wahrhaft besonderen Gitarrenzauber: einem Abend mit internationalen Künstlern, der weit mehr bietet, als der Eintrittspreis erwarten lässt.
Dank der Verbundenheit der Künstler zu der Heimat der Cuntz-Gitarren wurde die Organisation des 3. „Gitarrenzaubers“ möglich, der nun in die größere Bürgerhalle einzieht und einzigartige Künstler präsentiert:
ROLAND JOUBERT präsentiert sein neues Solo-Programm, das nach seinem krankheitsbedingten Ausfall 2008 erheblich erweitert wurde und mit Spannung erwartet wird.
PETTERI SARIOLA – ob sein neues Album zum Gitarrenzauber verfügbar sein wird bleibt fraglich – live wird er es jedenfalls präsentieren. Somit ein exklusives Premieren-Erlebnis.
Und noch eine Premiere wird sich präsentieren:
THE MARTIN HARLEY BAND – mit Martin Harley (Gitarre & Gesang), Graeme Ross (Kontrabass) und Pete Swatton (kleines Drum-Kit) gastiert die Band exclusiv für Cuntz-Guitars zum ersten Mal auf deutschem Boden – die Presse-Meldungen aus England versprechen ein absolutes Highlight!
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