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rohrheim im mittelpunkt
Ein Verein steht vor dem Ruin Klubheim der Groß-Rohrheimer Hundefreunde soll abgerissen werden
Es ist der 28. Januar, als Vertreter der Verwaltung und einige Mitarbeiter der BASF auf das Vereinsgelände des Hundevereins kommen, vermessen und Kennzeichen setzen. Nun ist der Erste Vorsitzende Friedel Hofmann den Tränen nahe und am Boden zerstört.
![]() Friedel Hofmann und Norbert Rückeis sind fassungslos. Nach 30 Jahren sollen sie ihr Klubheim abreißen. Das könnte das Aus für die Hundefreunde bedeuten.
"Die Gebäude müssen abgerissen werden", heißt es. Unter ihnen verläuft die Ethylen-Fernleitung der BASF von Ludwigshafen nach Kelsterbach. "Das ist das Aus für unseren Verein", sagt Hofmann.
Quer unter dem Gelände hindurch verläuft die Gashochdruckleitung mit 100 Bar Druck nur einen Meter unter der Erdoberfläche - direkt unter der Blockhütte, die als Vereinsheim gebaut wurde. Dort liegt sie schon seit zirka 50 Jahren. Bei einem Gespräch mit unserer Zeitung am Mittwoch sind die grellgelben Markierungen, die quer über den Boden des Gebäudes verlaufen, deutlich zu sehen. In drei Metern Abstand rechts und links davon darf keine Bebauung stehen.
Die Gründungsmitglieder Friedel Hofmann, Norbert Rückeis (Rechner) und Gerhard Henzel schütteln immer noch verständnislos die Köpfe: "Wir haben 1979, ein Jahr nach Abschluss des Pachtvertrags mit der Gemeinde, einen Bauantrag für unser Vereinsheim gestellt", sagte Henzel. Ganz offiziell - keiner sprach damals von der Gasleitung. Auch der damals ausgehändigte Lageplan für das Gelände weist nicht auf das explosive Untergrundleben hin. "Es gab nie eine Bauzusage, aber auch keine Ablehnung", erläuterte Henzel, der zur Bauzeit Vorsitzender des Hundevereins war. Ganz im Gegenteil: Die Genehmigungsbehörde erlegte dem Verein auf, eine Bepflanzung des Areals nach Vorschrift vorzunehmen. "1400 Bäume und Pflanzen, die wir alle einmal in der Hand hatten, haben wir in Arbeitseinsätzen gepflanzt", sagte Rechner Rückeis. Einige davon hat die Gemeinde bereits fällen lassen, denn sie stehen zu dicht bei der Druckleitung.
Immer wieder habe man gespart, um den erfolgreichen Verein auch auf dem Gelände gut dastehen zu lassen, erinnerte sich Friedel Hofmann. Dazu gehörte auch ein Vereinsheim, eine kleine Küche und ein Brunnen. Den hat man vollkommen unbescholten geschlagen - knapp 40 Zentimeter neben der Gasleitung.
1983 wurde noch einmal ein Antrag auf finanzielle Unterstützung an die Verwaltung für die Toilettenanlage, den Unterstand und mehr gestellt: "Auch da kein Hinweis."
Vor 30 Jahren hatte Bürgermeister Peter Rudolf den Verein im Baubestreben unterstützt. Der heutige Verwaltungschef Rainer Bersch sagte auf Anfrage: "Mit der neuen Technik ist die Leitung neu vermessen worden", dabei sei entdeckt worden, dass die Hütten und Teile der Pergola dort nicht stehen dürfen. Es habe damals noch keinen Bebauungsplan für das Gebiet gegeben. "Wir wollen retten, was zu retten ist", die Verwaltung will helfen, den Schaden für den Verein zu begrenzen und wartet auf eine Kostenkalkulation.
Der Chemie-Konzern hat noch keine Hilfe signalisiert. Ein weiteres Treffen im März soll zur Klärung beitragen. "Das ist unser Ruin", sagt Rückeis. Der Verein habe weder das Geld noch die Helfer - noch derzeit die Motivation, an anderer Stelle auf dem Gelände neu zu bauen.
In einer Vorstandssitzung wurde in emotionaler Diskussion entschieden, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Dort soll über die Auflösung des Vereins beraten und abgestimmt werden. "Wir haben zwar keine Hoffnung mehr, aber nichts ist unmöglich." Auch wenn es schwer fällt, ganz geben sich die drei Hundefreunde nicht geschlagen.
Freitag, 20. Februar 2009 06:28 Uhr URL: http://www.buerstaedter-zeitung.de/region/biblis/6167939.htm Bürstädter Zeitung Spaziergang am Rhein
Vor einigen Wochen war im Sonntags Echo der Spaziergang am Rhein entlang von Gernsheim nach Biblis empfohlen. Die Pappelallee an der Hammeraue war abgebildet. Eine Landschaft, die es in nächster Zeit wohl nicht mehr geben wird. Es wüten bereits die Holzfällertrupps in dem Naturschutzgebiet. Kurz vor dem AKW ist links und rechts des Leinpfades bereits eine baumlose Steppe entstanden. Ein erschütterndes Bild für jeden Naturliebhaber. Hier werden nicht nur einzelne kranke Bäume gefällt sondern ganze Baumreihen auf einen Schlag vernichtet. An der Entfernung kranker Bäume scheint man gar nicht interessiert. Pilzzerfressene Baumstümpfe läßt man stehen. Wohl als Zeichen für den Wanderer, dass hier Gutes getan wurde oder doch eher weil es dafür keine Geld gibt? Diese massiven Holzfällarbeiten geschehen in einem ausgewiesenen Naturschutzgebiet indem es dem Spaziergänger nicht erlaubt ist den Weg zu verlassen oder ans Rheinufer vorzudringen. Eine Farce. Mein Verständnis eines Naturschutzgebietes war es, dass eben da die Landschaft möglichst unverändert erhalten und daher unangetastet bleiben soll. Denn was nun entsteht sind Brennnesselmeere die nichts mehr mit dem ursprünglichen Landschaftsbild gemein haben. Die Argumentation die unter Hitler gesetzten Pappeln seien krank und schlagreif kann nicht überzeugen. Auf den Wiesen, auf denen sie stehen, stören sie niemanden, selbst wenn sie krank sind. Denn kein menschliches Wesen darf einen Fuß dahin setzen weil es sich eben um ein Naturschutzgebiet handelt. Und die abgestorbenen, landschaftsverschandelnden Stümpfe läßt man ja offensichtlich stehen. Was geschieht hier also? Konnten die Pappeln doch noch gewinnbringend veräußert werden? Über den Zustand der Bäume weiß man schon lange Bescheid, man hätte daher an den Wegen bereits frühzeitig Kranke entfernen und sanft mit einer passenden Wiederaufforstung beginnen können. Mitnichten. Jahre nach der letzten Rodungsaktion wurden winzige, dünne Stämmchen gesetzt. Das Billigste was es wohl zu kaufen gab. Kein Kleingärtner würde diese Stämme auswählen. Den Verantwortlichen ist es ja egal wie es hier aussieht und das erst die nächste Generation eventuell wieder in einer halbwegs attraktiven Umgebung leben darf. Den anderen aber wird hier die Heimat zerstört.
Die Landschaft meiner Kindheit, Anja Klein
die väter der groß-rohrheimer ortsmitte haben den durchblick aufgelöst
von jeher hat die menscheit einen natürlichen bedarf nach einem mittelpunkt: in der familie, in der gesellschaft, in ort und stadt. © valentin strohschnitter der rohrkolben hat etwas für sich
woher ich komme? "aus einem kleinen – selbständigen – ort in südhessen. schmunzeln sie nicht – der ort heißt wirklich so: groß-rohrheim."
das andere ohr schmunzelt trotzdem. mehr noch – die augen fahren an mir herunter, bis zur körpermitte. wobei die an meiner herkunft interessierte person es gerne vermiede, dass ich ihr beim mustern auf die schliche komme. "sie werden nix sehen – wir sind ziemlich normal gebaut, in jeder beziehung". der groß-rohrheimer fühlt sich dezent in die ecke gedrängt, spürt erklärungs-notstand in einer angelegenheit, die für ihn bisher so selbstverständlich war wie das morgendliche aufstehen.
"betrachten sie die sache doch mal so: es gibt millionen von namen für orte. beispielsweise tsingtao in china. das war mal für ein paar jahre um 1900 deutsche kolonie. weiß der teufel, was der name bedeutet. einen tsingtauer würden sie mit ihrem blick nicht so mustern, oder – es sei denn sie wüssten, dass tsingao so viel wie groß-rohrheim bedeutet". aber scherz beiseite: tsingtao heiß nicht groß-rohrheim. glück für tsingtao. andererseits: die groß-rohrheimer – der name kommt von den stattlichen rohr-kolben im rohrheimer ried – haben eigentlich auch viel glück. "angenommen, wo groß-rohrheim liegt, läge wixhausen – jetzt gucken sie aber aus der wäsche!" wixhausen ist ganz in der nähe. die leute von dort antworten auf anfrage: "wir kommen aus wixhausen". da müssen antwortende(r) und fragessteller(in) durch. die rohrheimer kümmern sich wenig darum, was die wixhäuser im wappen haben. sie sind stolz auf ihren groß-rohrheimer rohrkolben im orts-emblem. und noch was: "angenommen, wir groß-rohrheimer kämen aus klein rohrheim – mit welchem, mitleidigen blick würden sie mich dann mustern?". so gesehen, hat groß-rohrheim doch eine ganze menge für sich. © valentin strohschnitter
leasing-hosen müssen nicht sein
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